„Meine“ re:publica #rp14

rp_Malu Schäfer-SaleckerEin ganz persönlicher Rückblick
Es gibt genügend Blogbeiträge, die sich mit den Inhalten der re:publica beschäftigen. Ich möchte einen ganz persönlichen Rückblick geben, der auch zeigt, wie ich mit solchen „Großveranstaltungen“ umgehe. Vielleicht ist das auch eine Anregung für Sie, mit weniger Stress an Kongressmessen teilzunehmen.

Programmfindung ohne Stress
Frei nach dem Motto „die Information findet mich“, habe ich keine großartigen Planungen im Vorfeld anhand des ausgeschriebenen Programms gemacht. Warum? Zum einen ändert sich dieses ständig, zum anderen finde ich es mühselig, mir die Termine in meinen Kalender rauszuschreiben. Ja, ich weiß, es gibt Apps dafür, sogar inzwischen für Android. Aber leider funktionieren die wenigsten so wie es mir recht ist. Eine konnte sich sogar die ausgewählten Favoriten nicht merken :-/
Nur zwei Sessions habe ich mir fest gebucht. Und zwar von Twitterinnen, die ich länger kannte, die ihre Sessions über Twitter bekannt gaben. Aber auch hier kamen immer wieder Hinweise: „Nein, nun andere Uhrzeit, anderer Tag, oder anderer Stage.“
Deswegen bin ich morgens rechtzeitig auf dem Gelände erschienen habe mir das gedruckte Programm geholt und ganz old school mit Kugelschreiber die Favoriten angekreuzt. Das hatte auch den Vorteil, dass ich nicht von der Schnelligkeit des WLAN abhängig war (was meist gut funktionierte, aber im genau falschen Moment kurz zusammenbrach).
Und wenn ich das Gefühl hatte jetzt geht nichts mehr in den Kopf hinein, habe ich einfach Sessions ausfallen lassen und bin mit einem Getränk in der Hand auf den Hof gegangen. Dort traf ich immer jemanden, oft genug überraschend, mit dem ich in lockerem Gespräch den Kopf freipusten konnte.

Netzwerken mit Spaß
Diese „Netzkonferenz“ ist auch zum Netzwerken da. Also nicht einfach alles verplanen. Netzwerken funktioniert nur mit Muße und Neugier, einfach mal nichts machen und eben auf den Hof gehen und sich umschauen, wer da ist. Meist kam ein Schrei: „Ah, da ist ja @salecker, schön, dass wir uns endlich mal persönlich sehen.“ Das sind die interessanten Begegnungen, denn wildfremde Menschen „kennen“ sich aus sozialen Netzwerken und haben gleich ein Thema zum Reden. Oft genug gesellen sich weitere hinzu und man erlebt direkt, dass „jeder jeden um 7 Ecken kennt“.
Mit einer „Mädelsrunde“ (Gänsefüßchen, weil sich auch oft ein bis zwei Männer einfanden), haben wir uns täglich kurz via Twitter verabredet, um für eine ¼ Stunde einen Kaffee zu trinken und über das Programm zu plaudern. Manchmal stellte ich danach mein Programm spontan um, um mit den anderen mitzuziehen und habe es nicht bereut.
Und manchmal wird man zu Beginn einer Session aufgefordert, sich mit dem Nachbarn über eine Frage auszutauschen, aber nur bei der re:publica erlebe ich, dass sofort – also ohne betretenes Schweigen – losgeplappert wird und ein gigantischer Geräuschpegel entsteht. Hier kann ich das Netzwerken nicht nur spüren, sondern auch hören!

Inhalte mal anders
Nein, ich habe keine Sessions besucht, die es mir vielleicht erleichtern würden, meine Kunden zu beraten, oder um Neues zu erfahren, wie man jetzt was macht. Zum einen kann ich mir Wissen anderweitig aneignen zum anderen nehme ich solche Veranstaltungen, um einen völlig neuen Blickwinkel zu bekommen, oder mich mit einem Thema zu beschäftigen, das ich sonst nicht auf dem Schirm meiner Wahrnehmung habe.
So bin ich damit konfrontiert worden,

  • warum sich der digitale Mensch kaum vom Steinzeitmenschen unterscheidet,
  • wie Sprachkonservative mit Sprachkreativen umgehen,
  • wie ein Kühlschrank twittern kann,
  • wie Kommunikation mit einer App für Autisten gelingen kann,
  • wer das Internet archiviert,
  • wie man am Laptop Yoga machen kann,
  • wie man nicht-handeln kann, ohne nicht zu handeln,
  • was ein Ponyhof mit einem blinden Huhn und Sprachschabernack zu tun hat,
  • warum manche Menschen sich dem Internet oder Social Media verweigern,
  • wie das Betriebssystem Buch funktioniert, und
  • wie man sich in digitalen Zeiten entliebt.

Eine bunte Mischung, die mich bereichert, über den Tellerrand blicken ließ und mich sicherlich noch weiter beschäftigen wird. Ich bin gespannt, was wo und wie in meinem Alltag zutage treten wird.

Fazit: Gehen Sie einfach hin und lassen die re:publica auf sich wirken ohne blinden Aktionismus. Sie werden keine besseren Menschen, wenn Sie drei Sessions mehr als die anderen besucht haben!

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