Warum sollte ich das Lesen? Geben Sie einen Hinweis.

People Looking up at Social Media IconsDa schau ich mir meine Facebook-Chronik an und sehe immer wieder Posts mit geteilten Links, zu denen der Absender kein Wort geschrieben hat. Schade eigentlich, ich möchte doch wissen, warum gerade dieser Link empfohlen wird. Nicht alle Links sprechen für sich. Sandra Staub hat dazu in einem Blogartikel geschimpft, dass sie das als mangelnde Wertschätzung empfindet. Sie hat nicht ganz unrecht, ich würde es jedoch nicht so hart formulieren, oftmals ist es der Eile geschuldet. Man will schnell noch etwas loswerden oder teilen.

Angst vor Diskussionen?

Aber mich beschleicht oft genug der Gedanke, dass manche Links teilen und sich nicht trauen einen Kommentar dazu zu schreiben, weil sie damit Position beziehen, eine Meinung kundtun. Einige haben vielleicht Angst vor der daraus entstehenden Diskussionen, die bei polarisierenden Themen ja keine Seltenheit sind.

Diskussionen in sozialen Netzwerken sind nicht ganz einfach zu führen, da man ausschließlich auf kurze schriftliche Kommunikation angewiesen ist, die Erfahrung hat sicherlich schon jeder gemacht. Sie sind immer wieder geprägt von Missverstehen und auch mal bewusstem Provozieren oder Beschimpfen. Nicht immer wird nachgefragt, wie der andere das meint, was hinter seiner Meinung steckt, wie er dazu gekommen ist. (Okay in RL tun wir das oft auch nicht.)

Egal wie, ich möchte gerne einen Hinweis haben, warum mir der andere einen Link empfiehlt. Was findet er oder sie so spannend an dem verlinkten Artikel? Dann kann ich entscheiden, ob mich das Thema interessiert oder nicht. Bekomme ich diesen Hinweis nicht, schau ich mir den Link meist nicht an. Es kommt in der Tat auch auf den Absender an, ob ich einen unkommentierten Link klicke oder nicht.

Nicht nur auf Facebook

Das Gleiche gilt nicht nur für Facebook, da hab ich zur Not noch die Vorschaubilder und einen Teaser; bei Twitter in der Regel nicht, da klicke ich wirklich „blind“ drauf und bin manchmal sehr überrascht was sich hinter einem Link verbirgt – wenn ich wirklich drauf klicke.
Auch bei anderen sozialen Netzwerken, wie XING und Google+, möchte ich gerne einen Kommentar dazu haben, obwohl ich hier die ersten Sätze lesen kann. Schließlich bin ich mit denjenigen, deren Posts ich in meiner Chronik oder Timeline lesen kann irgendwie verbunden. Wenn auch nicht immer persönlich bekannt, gibt es aber einen Grund, warum wir miteinander verknüpft sind, da möchte ich auch wissen warum dieser Link geteilt wird.

Stellen wir uns die Situation mal im analogen Leben vor. Ich bin beim Bäcker und die Nachbarin wirft mir beim Rausgehen die Bemerkung hin: „Lies mal den neuen Stern!“ (oder Fokus, oder Spiegel, etc..) Ich frage doch nach, warum ich das tun soll, warum der für mich interessant sein soll. Oder?

Über die Autorin:

Malu Schäfer-Salecker ist seit über 20 Jahren selbständige Kommunikations- und Marketingberaterin. Am liebsten berät Sie Ihre Kunden wie diese sich in Sozialen Medien professionell präsentieren können und damit zum Unternehmenserfolg beitragen. Sie liebt pragmatische und schnell umsetzbare Lösungen für Ihre Kunden, hält gerne Vorträge und gibt in Workshops ihr Know How weiter. Ihr Motto: Social Media – so einfach geht’s!”

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