Archiv der Kategorie: Samurai

„Lernen ohne zu denken ist vergebliche Mühe“ – die Erziehung eines Samurai

Für uns schwer nachvollziehbar war es aber oberstes Gebot eines Samurai, seinem Herren zu dienen. Darauf war die Erziehung eines Samurai ausgerichtet. Dieses „Dienen“ wurde jedoch anders verstanden, als wir es heute tun. Das Erste, was die ritterliche Pädagogik bedachte, war die Charakterbildung. Aber ein Samurai war ein „Mann der Tat“, deswegen wurde alles Wissen und Lernen darauf ausgerichtet, was dem Waffenberuf dienlich war. Literatur war Erholung und Philosophie praktische Hilfe oder zur Lösung eines militärischen oder politischen Problems. Weiterlesen

Für mehr Lockerheit, wenn’s ernst wird!

Wenn’s „eng“ wird, wird’s hektisch, sind meine Erfahrungen. Warum eigentlich? Ich denke wir haben gelernt und sitzen weiterhin diesem Trugschluss auf, dass wir sofort handeln müssen. Dabei würde ein kurzes Innehalten und die Lage überblicken mehr helfen. Wir sind Ärmelhochkrempler! Hängt der Haussegen schief, müssen wir „reden“, hängt ein Projekt schief, müssen wir sofort ein Meeting einberufen (die Betonung liegt auf sofort). Und was machen wir dann? Wir suchen denjenigen oder das Ereignis, das uns in diese Misere gebracht hat. Beim Hin- und Herwälzen, wer oder was schuld an den Probleme ist, verlieren wir wertvolle Zeit, die zur Behebung dienen könnte.

Weiterlesen

Feel like a Samurai – Führungskräfteseminar

Führungskräftetraining für innere Stärke, Wertewandel und Nachhaltigkeit

Was haben Manager und Samurai gemeinsam?

Im wirtschaftlichen Wettbewerb kämpfen Führungskräfte um den Erfolg wie einst die Samurai um das Überleben in der Schlacht. Ein Samurai war darauf trainiert, im entscheidenden Augenblick intuitiv richtig zu handeln. Denken und Handeln eines japanischen Samurai-Kriegers entspringen aus einem festen Fundament von ethischen Grundwerten – beschrieben als “die Sieben Tugenden”. Einmal innerlich verankert, bieten diese eine Quelle von Stärke und Erneuerung. Das persönliche Leistungsvermögen wird erhöht, Konflikt- und Streßsituationen können leichter gemeistert werden und das Zusammenspiel von konzentriertem Denken und intuitiven Entscheiden führt zu zielbewusstem Handeln. Diese sind Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Managerpersönlichkeit.

Weiterlesen

Die Tugenden der Samurai, heute: Treue

Oder: Zerrissenheit inklusive

Die letzte der Sieben Tugenden der Samurai erläutert, was es mit der Treue auf sich hat. Treue und Pflicht sind untrennbar miteinander verbunden. Dabei dachte ich bisher, Treue sollte eine freiwillige Haltung sein… Die Samurai sagen, die Treue sei der Schlussstein der Tugenden, sie nimmt also den höchsten Rang ein und stellt uns zugleich die schwierigste Aufgabe. Die Samurai dachten an die Treue zu ihrem Herrn, ohne die nichts ging:

  • Die Pflicht zur Treue ist ein Grund sein Leben zu opfern.
  • Ein feudaler Herrscher belohnt die Treue seiner Untergebenen, indem er wie ein Vater zu ihnen ist.
  • Schwanke niemals in Konflikten und wähle immer die Treue zur Pflichterfüllung

(Zitiert aus „Bushido“, Inazo Nitobe, Piper)

Treue kann auf eine Probe gestellt werden, wenn der Herr etwas verlangt oder gut heißt, das der Samurai als Fehler betrachtet. Es wird nicht verlangt, das Gewissen zum Sklaven des Herren zu machen, aber: Kann er seinen Herrn nicht überzeugen, dass es ein Fehler ist, so blieb ihm nur die Androhung und/oder Ausführung der Selbsttötung.
Ich will mir eine solche Szene nicht zwischen einem Abteilungsleiter und einem Direktor vorstellen. Oder ist der Vergleich zu direkt? Wie können wir das im Business verstehen?

Die Tugenden der Samurai, heute: Ehre

Oder: Wissen wir eigentlich noch was Ehre ist?

Die 6. der Sieben Tugenden der Samurai handelt von der Ehre. Ein wahrhaft „schwerer Brocken“ bei dem wir heftigst ins Diskutieren kommen können. Die Bandbreite geht von persönlicher Ehre, über Moralvorstellungen, Schande bis zum – selbstverständlich – siegreichen Ruhm. Alte Begriffe, die wir heute selten nutzen. Nitobe sagt, das Ehrgefühl beinhaltet ein lebhaftes Bewusstsein persönlicher Würde. Klingt lebendiger, aber verstehen wir den Sinn dadurch besser? Vielleicht helfen diese beschreibenden Worte:

  • Ein guter Name gilt als selbstverständlich, jede Verletzung ist eine Schande.
  • Allen erfinderischen Schneiderkünsten der Menschheit gelang es nicht, eine Schürze zu nähen, die unser Schamgefühl selbst verhüllt.
  • Das Krankhafte, in das der zarte Ehrenkodex oft auszuarten drohte, wurde durch die Lehren von Großmut und Geduld abgewehrt.
  • Du kannst meine Seele mit deiner Beleidigung nicht beflecken. (Menzius)

(Zitiert aus „Bushido“, Inazo Nitobe, Piper)

Selbst für die Samurai war es schwierig, den Begriff Ehre direkt zu beschreiben, meist wurde gesagt, was er nicht ist, oder die Abgrenzung zu anderen herausgestellt. Und wenn wir dann noch beachten müssen, dass das Leben den Samurai nicht viel galt, sondern für ihren Herren Ehre und Ruhm zu erringen zählte, lässt uns das ziemlich hilflos zurück.

Oder fällt uns etwas ein, wie wir heute Ehrgefühl im Business leben können?

Die Tugenden der Samurai, heute: Wahrhaftigkeit

Oder: Ehrlich währt am Längsten?

Die 5. der Sieben Tugenden der Samurai ist die Wahrheit oder auch Wahrhaftigkeit. Ein alter Dichter riet: „Sei dir selbst treu. Wenn du in deinem Herzen nicht von der Wahrheit abweichst, werden die Götter dich auch ohne dein Gebet schützen!“ Ich verstehe das als einen Aufruf zur Authentizität. Sei wie du bist, dann sind die Götter dir hold.

  • Das Wort eines Samurai (Ritter-Ehrenwort) genügte, um die Wahrheit einer Behauptung zu verbürgen.
  • Die Achtung vor der Wahrhaftigkeit war so groß, dass die besten Samurai einen Eid als ihrer Ehre abträglich ansahen.
  • Eine höhere Stellung erfordert mehr Wahrhaftigkeit.
  • Die Wahrheit der Höflichkeit zu opfern ist Täuschung durch schöne Worte.

(Zitiert aus „Bushido“, Inazo Nitobe, Piper)

Wir reden heute – mit anderen Worten davon, dass sich Aufrichtigkeit im Leben und im Geschäftsleben langfristig auszahlt. Die Betonung liegt hier auf langfristig. Wer in seiner Persönlichkeit  nicht authentisch (=aufrichtig) auftritt, spielt eine Rolle, die er nicht durchhalten kann. Jedoch machen wir immer wieder die Erfahrung, dass „Rollenspiele“ im Geschäftsleben eine große Rolle spielen.

Die Samurai galten als große Strategen. Wenn deren Grundsätze noch heute gelten, kommen wir wirklich mit Wahrhaftigkeit weiter?

Die Tugenden der Samurai, heute: Höflichkeit

Oder: Höflichkeit im Businessleben

Die 4. der Sieben Tugenden der Samurai interpretiert die Höflichkeit. Nun kann man sich schwerlich einen „Kriegs-Künstler“ als eine höfliche Person vorstellen. Gemeint ist es auch umfassender. Wobei die Samurai selbst sagen, dass Höflichkeit nicht in die erste Reihe der Tugenden gehört, aber ein gut erzogener Mann, sollte in allem ein Meister sein, also auch in der Höflichkeit. Was sagt ein Meister also dazu:

  • Höflichkeit um der guten Sitten Willen ist eine arme Tugend.
  • Höflichkeit ist mitfühlende Achtung und Anerkennung.
  • Du musst dein Gemüt so bilden, dass auch der roheste Schurke es nicht wagt, dich anzugreifen, selbst wenn du sitzt.
  • Höflichkeit ist von großem Nutzen, selbst wenn sie dem Benehmen nur Anmut verleiht.

(Zitiert aus „Bushido“, Inazo Nitobe, Piper)

Aus dem Gebot der Höflichkeit entwickelten sich Zeremonien, zum Beispiel die Teezeremonie. Die tun wir oft als „Getue“ ab, sie ist jedoch kein Selbstzweck. Die Zeremonie selbst wird als Kunst verstanden: Gebärden statt Verse. Und in der Kampfkunst: Bewegung als Gedicht.

Kaum vorstellbar für uns, dass diese Art von Höflichkeit Platz hat im Businessleben! Oder doch?

Die Tugenden der Samurai, heute: Güte

Oder: kennen Sie einen gütigen Manager?

Die 3. der Sieben Tugenden der Samurai, wird mit Güte übersetzt. Inazo Nitobe beschreibt dies als: das Mitempfinden des Elends. Wir würden es neuhochdeutsch vielleicht als Empathie beschreiben. Das Wort nutzen wir heute fast nicht mehr. Gütig ist der „liebe Gott“ und in meiner Erinnerung meine Tante, die als Diakonisse Gott sehr nahe kam. Was aber verstehen die Samurai unter Güte? Hier ein paar Hinweise:

  • Güte steht einem Herrscher besser zu Gesicht als die Krone.
  • Güte ist dort nötig, wo Gerechtigkeit geübt wird; wo die Macht ist zu retten oder zu töten.
  • Güte gegenüber Schwachen, Besiegten und Unterdrückten ist schicklich für einen Samurai.
  • Die Pflege zarter Gefühle lässt uns Acht haben auf die Leiden anderer.

(Zitiert aus „Bushido“, Inazo Nitobe, Piper)

Mir war folgender Hinweis in diesem Zusammenhang noch wichtig, um halbwegs zu begreifen, was die Samurai mit Güte meinten: Der Unterlegene in einer Schlacht durfte nur getötet werden, wenn er den gleichen Rang oder Stand hatte wie der Stärkere.

Die Samurai galten als große Strategen und ihre Grundsätze haben in Japans Wirtschaftssystem noch ihren Platz. Wie ist das heute bei uns? Können wir uns gütige Wirtschaftsbosse vorstellen?

Die Tugenden der Samurai, heute: Mut

Oder: Können wir uns Mut noch leisten?

Die 2. der Sieben Tugenden der Samurai ist „Mut“! Mut klingt nach Mutprobe – so was haben wir doch als Kinder gemacht. Wir mussten im dunklen Keller alleine was hochholen oder bei Dunkelheit über den Friedhof laufen. Wir sind heute vernünftig! Aber sind wir mutig? Es gibt ein paar Grundsätze der Samurai zum Thema Mut:

  • Mut heißt: Tun was recht ist!
  • Wahrer Mut ist, zu leben, wenn es recht ist zu leben und zu sterben, wenn es recht ist zu sterben.
  • Mut heißt, sich nicht übermütig in eine Schlacht stürzen.

(Zitiert aus „Bushido“, Inazo Nitobe, Piper)

Mut wurde bei den Samurai auch tatsächlich durch Mutproben so wie wir sie kennen im frühen Kindesalter „geschult“.  Stählen solche Mutproben oder Grundsätze fürs Leben? Können wir damit noch was anfangen?

Die Samurai galten als große Strategen und ihre Grundsätze haben in Japans Wirtschaftssystem noch ihren Platz. Wie ist das heute bei uns? Können wir uns mutige Unternehmensstrategien noch leisten?

Die Tugenden der Samurai, heute: Aufrichtigkeit

Oder: taugt Aufrichtigkeit als Tugend im Wirtschaftsleben?

Die Samurai wurden in der westlichen Welt vor allem, wegen ihrer Tugenden bekannt. Immer wieder wird diskutiert, ob die Tugenden auf unsere Gesellschaft und auf unser Wirtschaftsleben übertragen werden kann. Ich möchte dazu gerne die Diskussion anregen.

Es gibt ein paar Grundsätze:

  • Aufrichtigkeit ist eine zwingende Tugend der Samurai.
  • Aufrichtigkeit ist die Entschluss-Kraft, ohne zaudern in Übereinstimmung mit Vernunft seinen Weg zu gehen!
    Zu sterben wenn es recht ist zu sterben, zu leben, wenn es recht ist zu leben.
  • Aufrichtigkeit ist der Zwillingsbruder der Tapferkeit.
(Zitiert aus „Bushido“, Inazo Nitobe, Piper)

Die Samurai galten als große Strategen und ihre Grundsätze haben in Japans Wirtschaftssystem noch ihren Platz.

Wie ist das heute bei uns? Können diese Grundsätze umgesetzt werden in der Unternehmensstrategie zum Beispiel oder im Führungsstil?